GRUNDSÄTZLICH.
Die Energieversorgung unseres Landes muss auch in Zukunft von drei Faktoren bestimmt werden: Wirtschaftlichkeit, ökologische Vertretbarkeit und Versorgungssicherheit.
Ein vierter Faktor kommt allerdings noch hinzu: Die Gesellschaft - also wir alle. Die vielbeschworene Energiewende bietet die einmalige Chance, dass wir alle die Energieversorgung der Zukunft mitgestalten, sei es direkt durch Beteiligungen an Windparks, sei es durch bloßes Informiert-Sein. Dazu möchten auch wir einen Beitrag leisten. Dieser Standpunkt ist daher konkret auf die Chancen unserer Region bezogen.
UNSER STANDPUNKT.
Wer vom Energiemix der Zukunft spricht, meint immer vor allem eines: Dezentrale Energieerzeugung. Es kann daher nicht im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung sein, beim Energiemix der Zukunft bestimmte Arten der Energieerzeugung ohne rationale Grundlage zu fokussieren und alle anderen nach dem berüchtigten TINA-Prinzip (There Is No Alternative) auszublenden. Da die Frage, ob die Kernenergie uns als Übergangstechnologie dienen kann, durch Gesellschaft und Politik bereits beantwortet wurde, müssen jetzt vor allem regionale Lösungen gefördert werden.
Der regionale Ausbau der Windenergie wird vor allem durch das so genannte Repowering begünstigt, was den Austausch alter durch neue, leistungsfähigere Anlagen bedeutet. Dazu ein kurzer Leistungsvergleich: Die auf dem Knüll installierten Windräder haben eine Leistung von jeweils etwa 500 kW. Heutige Anlagen erzeugen Energie in einer theoretischen Größenordnung von 3MW – das entspricht einer Erhöhung der Leistung auf das Sechsfache!
Die Solarenergie in Deutschland hat trotz massiver Subvention nur einen geringen Anteil an der Energieerzeugung und wird durch die meteorologischen Gegebenheiten auch in Zukunft kaum einen größeren haben. Nichtsdestotrotz bietet die Solarindustrie Nordhessens, die längst im internationalen Maßstab agiert, eine Stärkung der wirtschaftlichen Struktur des nordhessischen Raums.
Den Ausgleich schwankender Wind- und Solarenergieerträge und damit eine Unterstützung im Sinne eines Ausgleichs- oder sogar Grundlastkraftwerks können Biogasanlagen bieten. Im Hinblick auf den teilweise enormen Flächenverbrauch der Anlagen müssen hier Umwelt- und Energiepolitik Hand in Hand gehen. Es darf nicht zu Monokulturen und einer „Vermaisung“ der Landschaft kommen.
Energiespeicherung ist eine der Herausforderungen für den zukünftigen Energiemix. Wind- und Solaranlagen sind keine Grundlastkraftwerke, die konstante Erträge liefern. Pumpspeicherkraftwerke als momentan einzige großtechnisch einsatzfähige Speicherungstechnik spielen bei uns in Nordhessen allenfalls am Edersee in den Pumpspeicherkraftwerken Waldeck I und II eine Rolle. Begrüßenswert ist die hier geplante Erweiterung der Speicherkapazität von ca. 600 MW auf 920 MW bis 2016.
Letztlich spielt auch der Energieverbraucher eine entscheidende Rolle: Das Verständnis von persönlicher Mobilität und das Verhalten beim Energieverbrauch werden sich in Zukunft stark wandeln. Alternative Antriebstechnologien für Fahrzeuge und intelligente Stromnetze werden Bestandteil dieser Zukunft sein. Bei allen Überlegungen gilt aber immer:
„Saubere Energie für Hessens Zukunft!“
|